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IP- & anderes TV-Zeugs: Mediencenter für Streaming und IPTV mit Kodi, Raspi & CyberGhost

Schon immer mal gefragt, wie du ein Kodi-Mediencenter zusammenpfriemelst und die bunte Bilderwelt zu Gast in dein Wohnzimmer lädst? Hier die Antwort: Videos streamen und Auslands-TV/Streaming empfangen mit Kodi, Raspberry Pi und, natürlich, CyberGhost on top!

Voraussetzungen

Die Voraussetzungen für dein Raspi/Kodi-Mediencenter mit möglichem Weltempfang gestalten sich folgendermaßen:

  • Raspberry Pi 2 oder 3 mit Netzteil und Speicherkarte (mindestens 4 Gigabyte). Kann man auf Streaming von Amazon & Co. verzichten, reicht auch ein Raspberry Pi 1.
  • WLAN-Modul oder Ethernet-Kabelanschluss.
  • Keyboard zur Eingabe von Passwörtern (eigentlich optional, da zum Navigieren auch die TV-Fernbedienung reicht, macht aber die Eingabe von Passwörtern und anderen längeren Texten spürbar praktischer).
  • PC zum Vorbereiten der Software.
  • Aktuelle Kodi-Version mit Raspian-Unterbau, also entweder OpenELEC, LibreELEC oder etwas Vergleichbares. In diesem Artikel werden Open- und LibreELEC vorgestellt, beides Linux-Derivate mit Kodi als Oberfläche.
  • Win32 Disk Imager oder LibreELEC USB-SD Creator zum Aufspielen des jeweiligen Images auf eine Speicherkarte.

Neugierig geworden? Den kompletten Artikel findest du auf den CyberGhost-Supportseiten. Wir habe dort eine Ecke mit Tipps und Tricks aus der Praxis für euch eingerichtet, die euch dabei unterstützen soll, das Maximum aus CyberGhost herauszuholen. Also, ran da, Inspiration holen, kommentieren, korrigieren, diskutieren und Gleichgesinnte mit Wissensstoff versorgen – oder einfach auch nur abholen: Klick. Jetzt. Hier lang.

Horch mal: Wanzen im Wohnzimmer

Die Sprache bringt es an den Tag: „Bitte beachten Sie, dass Ihre gesprochenen Worte, die persönliche oder andere sensible Informationen beinhalten, unter jenen Daten sein werden, die aufgenommen und an einen Drittanbieter übertragen werden, wenn Sie die Spracherkennung nutzen.“

Dieser Satz aus den Lizenzbestimmungen moderner Samsung-Fernsehgeräte mit Smart-TV-Funktionen und Spracherkennung besitzt beste Voraussetzungen, im Halse stecken zu bleiben. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn wer will sich schon im eigenen Wohnzimmer verdächtig machen, indem sie oder er Dinge wie Privatsphäre direkt vorm eigenen Fernseher diskutiert?tinfoil

Gefunden hat den Satz ein amerikanischer Bürgerrechtsaktivist, der sich die Mühe machte, die AGBs des Elektronik-Anbieters zu durchforsten und die Passage anschließend über Twitter zu verbreiten. In vielen Artikeln und Kommentaren wurde daraufhin – wieder einmal – die seit den Snowden-Enthüllungen obligatorisch gewordene Trauer auf die schwindende Privatsphäre und die Wut auf die Trägheit der Menschen zum Thema gemacht. Aber auch die andere Seite meldete sich beflissen zu … äh, ja, Wort, möglicherweise mit dem Wissen, dass ihre zu Besonnenheit gemahnenden Stimmen wohlwollend aufgenommen werden von jenen, deren Ohren um Etliches größer sind als ihre ethischen Grundsätze. Der Trend geht ja bekanntlich Richtung Huxleys schöne neue Welt und kritische Worte zur Datensammelwut schaden da nur der eigenen Karriere. Und überhaupt: Was bedeuten denn schon Relikte wie Privatsphäre, gesellschaftsfreie Rückzugsräume und das Recht auf Individualität, wenn man MIT NUR EINEM WORT von RTLs Teenager Müttern zur nächsten ‚Wir-schreien-uns-an-weil-wir-auch-sonst-nicht-denken‘- Soup wechseln kann? OHNE AUCH NUR DEN FINGER HEBEN ZU MÜSSEN!

Aber wie auch immer, auf jeden Fall liegt die erschreckende Brisanz der Passage in der Selbstverständlichkeit, mit der klar gestellt wird, dass die Privatsphäre Einzelner keinen Wert mehr besitzt, während auf der anderen Seite  gleichzeitig jede Regung, jede Geste, jedes Interesse, jedes Wort und jedes Gefühl akribisch gesammelt, miteinander in Verbindung gebracht und letztendlich zu Geld gemacht wird. Zu viel Geld. Sehr viel Geld.

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‚Aus Scheiße Geld machen‘, könnte man zynisch anmerken, denn wer ordentlich abkassieren will, kauft möglichst zum Nulltarif ein. Dazu muss man die Menschen nur daran gewöhnen, dass ihre persönlichen Daten nichts wert sind und ihre Privatsphäre überholt – wie Mark Zuckerberg und Gefolge unüberhörbar in die Welt posaunen, wenn wieder einmal eine Schranke fällt, die Menschen gestern noch vor weiteren Enteignungen schützte. Derselbe Zuckerberg übrigens, der dadurch, dass er die Privatsphäre seiner Anwender so gewinnbringend mit Füßen tritt, dass er es sich leisten kann, alle an sein Grundstück angrenzenden Häuser aufzukaufen, um seine eigene zu genießen.

Die Selbstachtung und das Selbstwertgefühl der Verbraucher, Bürger und Anwender spielen bei der Diskussion um die Privatsphäre die am meisten unterschätzten Rollen, denn je weniger Selbstachtung Menschen besitzen und je weniger ihnen beigemessen wird, desto weniger ist ihnen ihre Privatsphäre wert. Nur vereinzelte Unbelehrbare kommen dann noch auf den Gedanken, dass man ihnen als Person eben nicht bei jeder Gelegenheit auf die Pelle rücken sollte und dass es zum guten Ton gehört, zu fragen, bevor man tief in die privaten und intimen Dinge eines Menschen eindringt. Kurz: Dass nicht man selbst der Böse, ein Trottel oder zurückgebliebener Sozialromantiker ist, sondern dass es in der Gedankenwelt des Ausspähenden offenbar erheblich Defizite beim Wissen um menschliche Umgangsformen gibt. Nett gesagt.

Ohne es auch nur noch mit einem einzigen Wort anzusprechen, bringt die Samsung-Passage die Debatte zur Privatsphäre deshalb auf den Punkt: Wir machen, was wir wollen, und wenn dir das nicht gefällt, dann wehre dich doch. Wehren heißt in dem Fall: Verzichten, Eingraben oder ein One-Way-Ticket zum Mars besorgen. Oder besser, sie bringt die Debatte nicht nur auf den Punkt, sie macht auch klar, dass sie bereits am Ende ist: Nicht das Dauer-Mobbing-Konto auf Facebook ist Müll oder die Spracherkennung im Fernseher, sondern kleinliche Fragen. Wie zum Beispiel diese: Wie glaubwürdig sind Unternehmen wie Google, Samsung und weiß Gott wer noch, die zwar zugeben, alles zu sammeln, was nicht niet- und nagelfest ist, aber niemanden verraten möchten, was sie damit machen und wo die Daten landen? Das ist so, wie bei Zuckerberg vor der Tür stehen – oder einfach nur sein Nachbar sein …

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