Lindows Teil 2: BitBox – Browser in the Box

Der, die, das BitBox. Hört sich an, wie gut verpacktes Schraubwerkzeug für Hobbybastler, ist aber ein speziell abgesicherter Internetbrowser auf Basis von Firefox (oder Chrome, wenn man möchte). Ursprünglich im Auftrag des BSI von der deutschen Firma Sirrix entwickelt, wurde der Sicherheitsbrowser von der Cybersecurity-Firma Rohde & Schwarz übernommen und kann dort von Privatpersonen kostenlos heruntergeladen werden. Das besondere an der BitBox: Es handelt sich hierbei nicht nur um einen weiteren Webbrowser, sondern um ein reduziertes und gehärtetes Linux Debian-Betriebssystem in einem virtuellen PC (der ‚Box‘), in dem der Webbrowser fest integriert ist.

Die BitBox lässt sich bequem unter Windows starten, wo es dann in einer vom Gastgeber-PC komplett abgeriegelten Umgebung auf das Internet zugreift.

Was in Vegas passiert, bleibt in Vegas

Das gilt so ähnlich auch für die BitBox: Alles, was innerhalb der Box geschieht, verbleibt in der Box. Der Unterschied: Verlässt man Vegas, also die Box, werden alle aus dem Internet übertragenen Daten gelöscht und man betritt beim nächsten Besuch den im Vorfeld zertifizierten Ausgangszustand des Browsers. Einzig Dateien, die in einem speziellen Ordner abgelegt wurden, bleiben erhalten. Beispielsweise die Konfigurationsdaten des Browsers.

Download & Installation

Über die Webseite von Rohde & Schwarz lassen sich beide Varianten der BitBox herunterladen. Je nach Vorliebe entscheidet man sich für Googles Chrome oder Mozillas Firefox, und wer möchte, kann seine BitBox mittels des zur Verfügung stehenden offenen Quellcodes auch selbst kompilieren. Eine Anleitung ist vorhanden.

Nach dem mehr als 600 Megabyte umfassenden Download startet man die Installation durch Doppelklick. Wichtig hierbei für Anwender der Virtualisierungssoftware VirtualBox: Da auch die BitBox auf VirtualBox basiert, wird die ursprünglich auf dem PC vorhandene Version deinstalliert und durch die für den Browser modifizierte ersetzt. Eventuell vorhandene virtuelle Maschinen sind danach nicht mehr zugänglich.

Während der Installation steht die Auswahl zwischen Standard- und Expertenmodus an, wobei man den Expertenmodus wählen sollte.

Dadurch ist es möglich, Einfluss auf die möglichen Interaktionen zwischen Browser/virtueller Maschine und dem eigentlichen PC zu nehmen – was später nicht mehr möglich ist. Wer die BitBox komplett vom Gastgeber abschotten möchte, deaktiviert alle vier Optionen, also die Übernahme von Zwischenablageinhalten und Dateien in die eine und/oder andere Richtung – oder erzwingt zumindest eine Bestätigung durch den Nutzer, bzw. einen Virenscan bei Downloads.

Ebenso lässt sich festlegen, ob Konfigurationsdaten und/oder Lesezeichen gespeichert und ob ein Proxy genutzt werden sollen. Interessant auch die Möglichkeit, einen eigenen Domain Name Server anzugeben. Wir empfehlen einen CyberGhost-Server, bspw. 185.93.180.131 (Server-Standort: Deutschland) oder den voreingestellten Google-DNS.

Hierbei gilt für alle Optionen: Einmal für eine Richtung entschieden, ist eine Umkehr später nicht mehr möglich. Nur durch eine Neu-, bzw. Über-Installation.

Los geht’s

Nach dem Start der BitBox steht die Entscheidung an, ob man den Sicherheitsbrowser zum Standardbrowser machen sollte. Angesichts der Tatsache, dass eine komplette virtuelle Maschine zum Einsatz kommt, die richtig Zeit benötigt, um aus den Puschen zu kommen, empfiehlt es sich allerdings nicht unbedingt. Wer es gewohnt ist, schnell aufs Internet zuzugreifen, wird in dem Fall über kurz oder lang wieder auf den alten Browser umsatteln. Besser ist, man berücksichtigt den gemächlichen Start und nutzt die BitBox bewusst, startet sie also manuell und immer nur dann, wenn man sie tatsächlich benötigt.

Was kann man erwarten?

Mehr Sicherheit. Die BitBox verhindert, dass Schadsoftware aus dem Internet das eigentliche System befallen kann. Malware, Viren und Trojaner verbleiben in der virtuellen Maschine und werden dort mit dem Schließen des Browsers gelöscht.

Ebenfalls auf der Strecke bleiben Cookies und der Versuch, den PC mithilfe der Identifizierung von Browser und Betriebssystem zu tracken, da sich die virtuelle Maschine dem Internet als Linux und den Browser als Firefox (oder Chrome) präsentiert. Auch bleiben Identifizierungsmarker wie Grafikkarte und Auflösung im Dunkeln und der Rechner erhält eine andere Canvas-Signatur.

Was kann man besser machen?

Da die BitBox in erster Linie der Sicherheit des Basisbetriebssystems vor Angriffen aus dem Internet während des Surfens dient, benötigt man in Bezug auf Anonymität dringend ein zusätzliches VPN. Die BitBox unterstützt durch das Löschen von Cookies zwar Anti-Trackingmaßnahmen, die Rückverfolgung der IP-Adresse wird aber nicht verhindert und man bleibt nach wie vor leicht identifizierbar.

Auch werden keine weiteren Abwehrmaßnahmen ergriffen, wie bspw. die Blockade von Social Media-Trackingelementen wie den Facebook-Like-Button, und der komplette Internetverkehr erfolgt unverschlüsselt. Ebenfalls problematisch: Andere Internetverbindungen operieren parallel zur BitBox. Ein über die BitBox gestarteter Torrent-Download mit einem Downloadmanager verläuft daher ungeschützt.

Im Verbund mit CyberGhost ist die BitBox hingegen ein starker Partner, wobei CyberGhost zum einen den Schutz der Privatsphäre übernimmt und zum anderen den Schutz vor Schadsoftware und Tr5ackingversuchen komplettiert.

Wer richtig auf Nummer Sicher gehen möchte, bindet die BitBox deshalb in den CyberGhost-Programmschutz ein. Hierzu klickt man im oberen Menü auf ‚Optionen‘, dann im Einstellungsfenster auf ‚Programmschutz‘ und arbeitet anschließend die notwendigen Schritte ab, um die BitBox in die Liste der zu schützenden Programme aufzunehmen. Im Detail:

  1. Aktiviere den Programmschutz.
  2. Klicke auf ‚Programm hinzufügen‘, markiere die Datei ‚C:\\Program Files (x86)\Sirrix AG\BitBox\bin\BitBoxClient.exe‘ und klicke auf ‚Öffnen‘.
  3. Wähle das gewünschte Verbindungsprofil. Beachte hierbei, dass jedes Profil immer mit den zuletzt genutzten Einstellungen angewendet wird. Entscheidest du dich beispielsweise für ‚Anonym surfen‘, wählt das Programm den zuletzt genutzten Server und aktiviert die zuletzt gültigen Einstellungen für Werbeblocker usw.

Startest du jetzt die BitBox, wird automatisch zuerst eine CyberGhost-Verbindung aufgebaut und erst dann die BitBox in den Speicher geladen.

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CyberGhost VPN - Uli
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