Freedom on the Net Report 2017: Internet-Freiheit weiter auf Talfahrt

Schlimmer geht immer: War 2016 bereits das Jahr mit den bislang stärksten Einschränkungen der weltweiten Freiheit im Internet, so ist 2017 in der Lage, den Negativrekord zu toppen. Mit den gestiegenen Bemühungen, die jeweils eigenen Bevölkerungen unter Kontrolle zu bekommen oder zu halten, wurde 2017 das siebte Jahr in Folge, das im Vergleich zum jeweiligen Vorjahr schlechter dasteht. Nicht zuletzt, weil in diesem Jahr erstmals auch VPNs verschärft ins Kreuzfeuer gerieten und in etlichen Ländern, wie China und Russland, nur noch mit Einschränkungen erlaubt oder gar, wie in Saudi Arabien und Iran, komplett verboten sind.

Grafik ©: Freedom on the Net 2017

Selbst in liberaleren Gesellschaften wendet sich der Zeitgeist gegen Informationsfreiheiten und scheint sich zusehends durch die Meinungsvielfalt und Offenheit eines ‚unkontrollierten‘ Internets gefährdet zu sehen. Dementsprechend angestiegen sind die offen geführten Angriffe, die das Internet als rechtsfreien Raum denunzieren und restriktive Gesetze als legitimes Antigen einführen, aber auch die Bestrebungen, die Informationsplattform ‚Internet‘ nicht einfach nur zu bekämpfen, sondern durch Desinformationskampagnen und Manipulationen zur eigenen Propagandaplattform umzugestalten.

Laut Studie des Freedom House, das für seinen ‚Freedom on the Net 2017‘-Report 65 Länder untersuchte, gibt der Stand der Dinge zur Internetfreiheit weltweit wenig Grund zur Freude und präsentiert auch dieses Jahr eine Welt, in der nur wenige Gesellschaften ein unzensiertes Web benutzen dürfen:

  • 2017 leben 23 % aller Internetnutzer in Ländern mit einem ‚freien‘ Internet (2016: 24 %). Feine Abstufungen und jüngste Entwicklungen relativieren diese Freiheit allerdings. So leben die freiesten Bürger unverändert in Island und Estland, der Abstand zu Deutschland vergrößerte sich jedoch, obwohl Letzteres sich sogar um einen Platz verbessern konnte. Die bittere Wahrheit: Deutschland steht trotz bedenklicher Eingriffe in die Bürgerrechte wie das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG), das BND-Gesetz und die Vorratsdatenspeicherung (VDS) gut da, weil die anderen Länder noch übler agieren.
  • 28 % aller Internetnutzer können auf ein teilweise freies Internet zugreifen (2016: 29 %), während 36 % (2016: 35 %) in Ländern mit einem unfreien Netz leben (13 % wurden vom Report nicht erfasst). Hier, am unteren Ende der Fahnenstange rangieren China, Syrien und Äthiopien und sorgen zusammen mit den anderen dafür, dass mehr als zwei Drittel aller Internetnutzer weltweit nur auf ein Internet zugreifen können, das von der jeweiligen Regierung, dem Militär oder regierenden Familien kontrolliert und zensiert wird.

Grafik ©: Freedom on the Net 2016

VPN-Dienste im Kreuzfeuer

Zu den negativen Entwicklungen, die dazu führten, dass die Internetfreiheit auch im siebten Jahr in Folge abnimmt, gehört auch das Übergreifen staatlicher Restriktionen auf VPN-Dienste, da sie einen natürlichen Schutzschild gegen Zensur- und Kontrollbestrebungen darstellen. Damit wird die tägliche Bedrohung, für das Teilen von Inhalten verhaftet zu werden, 2017 für noch mehr Menschen bittere Realität. Hierzu gehört auch die verschärfte Überwachung mobiler Netzwerke, um beispielsweise die Übertragung von Live-Streams per App (beispielsweise von Protesten) zu unterbinden, bzw. jene Personen festzunehmen, die es trotzdem versuchen, in erster Linie Journalisten.

Die Freedom House-Website hält für Interessierte zahlreiche Grafiken zum Thema bereit, auch einen Länderbericht speziell für Deutschland, das es, wie gesagt, trotz eindeutigem Abwärtstrend schaffte, eine Treppenstufe höher zu steigen, weil die anderen noch schneller nach unten abrutschen.

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CyberGhost VPN - Uli
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